Silber und Bronze in der Wüste erkämpft

Geschrieben von am 10. November 2016 in Judo, Spitzensport mit 0 Kommentare

Mit der Nationalmannschaft des Deutschen Judo-Bundes reisten auch die beiden Bundeswehr-Sportlerinnen Johanna Müller und Anna-Maria Wagner zum Wettkampf der IJF-World-Tour nach Abu Dhabi. Wie die übrigen 33 Nationen aus 4 Kontinenten nutze auch Deutschland die Möglichkeit der Standortbestimmung im ersten nacholympischen Grand Slam und schickte eine sehr junge Mannschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten ins Rennen.

Johanna Müller hatte in der Gewichtsklasse -57 kg  gleich einen schweren Auftaktkampf gegen Jaione Equisoain aus Spanien. Nachdem in der regulären vierminütigen Kampfzeit keine der beiden Athletinnen einen Vorteil erkämpfen konnte, ging es in die Verlängerung. Nach gut einer Minute konnte die Deutsche gegen die Zweitplatzierte des diesjährigen Grand Prix von Kasachstan die goldene Wertung durch eine Wurftechnik erzielen und zog damit ins Halbfinale ein.

In der Wiederholung des Endkampfes der diesjährigen Deutschen-Meisterschaft stand sie ihrer nationalen Konkurrentin Theresa Stoll gegenüber. Kurz vor Ablauf der Kampfzeit wurde Müller nach ausgeglichenem Kampf durch einen Angriff der Münchnerin überrascht und geriet in einen Haltegriff, aus dem es für sie kein Entrinnen mehr gab. Es blieb ihr somit noch die Möglichkeit, sich im „kleinen Finale“ die Bronzemedaille zu erkämpfen.

Und diese Chance ließ sie sich nicht nehmen: Bereits nach kurzer Kampfzeit nutzte sie eine missglückte Attacke ihrer Gegnerin Manon Durbach aus Luxemburg konsequent für sich aus und zwang die Silbermedaillen-Gewinnerin des Grand Prix von Usbekistan mit einer Würgetechnik zur Aufgabe. Strahlend konnte Johanna Müller ihre erste Bronze-Medaille bei einem Grand Slam in Empfang nehmen.

Auch der frischgebackenen Junioren-Europameisterin Anna-Maria Wagner bescherte das Los in der Gewichtsklasse -78 kg einen harten ersten Kampf. Doch sie unterstrich ihre derzeit bestechende Form und rang ihre Dauerkonkurrentin Klara Apotekar aus Slowenien, die Silbermedaillen-Gewinnerin des letzten Grand Slams von Russland, über einen harten Griffkampf und eine hohe Angriffsfrequenz nieder.

Das Halbfinale gegen die Siegerin des diesjährigen Grand Prix der Türkei, Madeleine Malonga aus Frankreich, versprach eine ebenso schwierige Aufgabe zu werden. Aber auch hier ließ Wagner nie einen Zweifel darüber aufkommen, wer die bessere Judoka ist, und konnte nach vier anstrengenden Minuten die Matte wieder als Siegerin verlassen.

Im Finale stand der deutschen Nachwuchshoffnung mit Guusje Steenhuis aus den Niederlanden, der Siegerin des Grand Slams von Aserbaidschan und Gewinnerin der European Games, eine extrem erfahrene Judoka gegenüber. Wagner konnte den Kampf lange ausgeglichen halten und durch einige gute Aktionen überzeugen, mußte sich aber letztendlich durch eine kleine Wertung ihrer Gegnerin noch knapp geschlagen geben. Die Silber-Medaille bei ihrem ersten Grand Slam ist jedoch ein hervorragendes Ergebnis für die 20-jährige Bundeswehr-Sportlerin.

Die nächste Station der deutschen Judoka wird Anfang Dezember der traditionsreiche Grand Slam von Tokio sein. Auch hier werden die Bundeswehr-Sportlerinnen wieder hochmotiviert beim letzten Wettkampf der IJF-World-Tour 2016 ins Geschehen eingreifen.

judo_abu_dhabi_01

ERGEBNISSE:

-57 kg:

  1. Helene Receveaux, FRA
  2. Theresa Stoll, GER
  3. Lola Benarroche, FRA
  4. Johanna Müller, GER

-78 kg   

  1. Guusje Steenhuis, NED
  2. Anna Maria Wagner, GER
  3. Samanta Soares, BRA
  4. Anastasiya Turchyn, UKR

Text: DJB

Fotos: IJF

Schlagworte:

Über den Autor

Über den Autor: .

Abonnieren

Wenn Sie diesen Artikel mochten, abonnieren Sie hier, um mehr zu diesem Thema zu empfangen.

per RSS-Feed abonnieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Top